Natürliche Hormontherapie

Die natürliche Hormontherapie erfreut sich – im Gegensatz zur klassischen Hormonersatztherapie – immer größerer Beliebtheit. Zu Recht! Denn anders als bei der Hormonersatztherapie werden hier nur „baugleiche“ Hormone verwendet, die der Körper gut aufnehmen kann.

Durch die Behandlung mit Cremes anstelle von Tabletten ist zudem die benötigte Hormon-Dosis wesentlich geringer – das macht die Anwendung schonender und vor allem leber-freundlicher.

Wann kommt eine Behandlung mit natürlichen Hormonen in Frage?

Eine natürliche Hormonbehandlung macht nur Sinn, wenn der Hormonspiegel im Ungleichgewicht beziehungsweise zu niedrig ist und entsprechende Symptome bestehen. Ziel ist es, die Stoffwechselsituation wieder ins Gleichgewicht zu bringen und den gesundheitlichen Zustand des Patienten deutlich zu bessern.

Zu den künstlichen Hormonen, die von der Pharmaindustrie neu kreiert wurden gibt es sehr viele Studien. Mangels finanziellen Interesses liegen jedoch wenig statistische Forschungsergebnisse über eine Behandlung mit natürlichen Hormonen vor. Auch wenn der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird, der sich seit Jahrtausenden bewährt hat, sollten wegen unzureichender Datenlage bei bestehenden Krebserkrankungen keine Hormonanwendungen mit Testosteron, Östradiol und Progesteron durchgeführt werden. Bei einer natürlichen Hormontherapie für Frauen sind regelmäßig die allgemeinen frauenärztlichen Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen. Bei Männern sind während einer Therapie mit Testosteron regelmäßige Prostatakontrollen erforderlich.

Kann ich von einer Hormonersatztherapie zu einer natürlichen Hormontherapie wechseln?

Ja, der Wechsel ist an sich kein Problem – allerdings sollte der Umstieg langsam und bedacht erfolgen und die künstlichen Hormone langsam ausgeschlichen werden.

Dafür nehmen Sie bitte Ihr bisheriges Präparat mit den künstlichen und körperfremden Hormonderivaten zunächst wie bisher weiter und beginnen Sie mit der täglichen Einnahme des natürlichen Präparates parallel. Nach jeweils drei Anwendungstagen machen Sie bitte eine Pause mit dem künstlichen Hormon und setzen Sie einen Tag aus. Bei guter Verträglichkeit kann nach ca. drei bis fünf Tagen die Dosis weiter verringert werden, indem zwei Tage Anwendung mit einem Tag Pause wechseln. Der nächste Schritt besteht darin, dass ein Tag das alte Hormonpräparat eingenommen wird und daraufhin jeweils ein Tag Pause folgt. Bei guter Verträglichkeit weitere Dosisreduktion des vorherigen Präparates in Form von zwei Tagen Pause, in Abwechslung mit einem Tag Anwendung. Während dieser ganzen Zeit, wie gesagt, täglich das natürliche Hormonpräparat weiter einsetzen. Zum Schluss kann das vorherige Hormonpräparat komplett abgesetzt werden.

Wie wird die natürliche Hormoncreme angewandt?

Meist ist die einmalige morgendliche Behandlung pro Tag ausreichend. An der Innenseite der Oberarme oder Oberschenkel und unter der Achsel im Bereich der Rippen wird die Creme gut von der Haut aufgenommen. Bitte großflächig einreiben, solange bis die Dosis gut verteilt ist. Wichtig ist, dass die Hautbereiche tagsüber von Kleidung bedeckt sind, damit andere Personen nicht mittherapiert werden. Das gleiche gilt für das Händewaschen nach dem Einreiben. Nur durch Seife werden die Hormonreste auf den Handflächen inaktiviert. Testosteronhaltige Creme sollte nicht auf behaarte Haut aufgetragen werden, auch nicht wenn diese abrasiert worden ist, weil dort vermehrt in Haarfollikelnähe Testosteron in DHT umgewandelt wird.

Welche Dosis sollte ich verwenden?

Prinzipiell gilt: Soviel wie notwendig und so wenig wie möglich. Durch Laborkontrollen sollte gewährleistet sein, dass längerfristig keine Überdosierung oder Unterdosierung auftritt. Um dem Patienten zahlreiche Zwischenkontrollen zu ersparen, kann er bei der Suche nach der optimalen, individuellen Erhaltungsdosis mitwirken, wenn er die Körpersymptome beobachten lernt. Weil der größte Anteil des im Blut befindlichen Progesterons, Östradiols und Testosterons an Transportproteine gebunden ist, bleibt ein großer Teil der zugeführten Hormone zunächst ohne spürbare Wirkung. Tag für Tag steigt jedoch bei regelmäßiger Anwendung der Spiegel der freien, wirksamen Hormone an. Nach ein bis zwei Wochen kann damit begonnen werden, die Anfangsdosis in kleinen Schritten zu reduzieren, weil eine Besserung der Beschwerden aufgetreten ist. Es gilt herauszufinden, welche Mindestdosis bei guter Wirksamkeit erforderlich ist. Nach ungefähr zwei Monaten ist eine Kontrollmessung erforderlich, um sicherzustellen, dass die Dosierung im Zielbereich liegt. Bei dieser Messung wird sichtbar, ob das Verhältnis der Hormone zueinander ausgeglichen ist, oder ob es einer Feinkorrektur bedarf.

Wie lange sollen Hormone verwendet werden?

Eine einfache Faustregel: solange wie erforderlich. Nur wenn bei der zuvor beschriebenen Feinkorrektur eine deutliche Beschwerdebesserung erkennbar ist, sollte die Hormonbehandlung weiter fortgeführt werden. Sind keine wesentlichen Symptome besser geworden, dann gibt es langfristig keine Begründung für die Fortführung der natürlichen Hormonbehandlung.

Parallel zu der Hormon-Balance Behandlung sollte versucht werden, die körpereigene Hormonproduktion zu unterstützen durch:

  1. Gesunde Ernährung
  2. Angemessenen körperlicher Bewegungsausgleich
  3. Ausschaltung von gesundheitsschädigenden Faktoren

Mit Hilfe dieser Faktoren kann die erforderliche Hormondosis meist schrittweise reduziert und nicht selten je nach Mitarbeit und gesundheitlicher Regeneration des Patienten die Hormonbehandlung nach einigen Monaten oder Jahren sogar ganz beendet werden.

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