Das Chronic Fatigue Syndrom (CFS)

Das Chronic Fatigue Syndrom ist eine chronische Krankheit mit aktuell noch vielen Unbekannten – so ist beispielsweise ihre Entstehung noch nicht final geklärt, weswegen Patienten in der Vergangenheit oft fälschlicherweise mit dem „Faulpelzsydrom“ diagnostiziert und nach Hause geschickt wurden.

Heute ist CFS als Krankheitsbild anerkannt. Auch wenn der Entstehungsmechanismus noch nicht vollständig bekannt ist, gibt es verschiedene Behandlungsansätze und Hoffnung für betroffene Patienten.

Symptome & Krankheitsverlauf

Das Haupt-Symptom des Chronic Fatigue Symptoms ist immer die anhaltende Erschöpfung. Meist werden verschiedene Erschöpfungs-Zustände beschrieben, hier beispielsweise die treffende Beschreibung von cfs-center.de:

  1. Aufgekratzte Erschöpfung, bei der man sich überstimuliert fühlt, aber nur wenig Energie hat.
  2. Benebeltsein (brain fog), d.h., mentale oder kognitive Beeinträchtigung, die mit der Erschöpfung zusammenhängt.
  3. Bleierne Erschöpfung mit Schweregefühl und Immobilisierung, bei der man unfähig zu anhaltender Aktivität ist.
  4. Grippe-ähnliche Erschöpfung, d.h. eine Schwäche mit grippeähnlichen Symptomen.
  5. Zustandsverschlechterung nach Belastung, d.h. ein Mangel an Energie infolge von geringfügiger Aktivität

Neben dem Hauptsymptom Erschöpfung zeigen sich verschiedene Neben-Symptome, darunter:

  • vermindertes Kurzzeitgedächtnis und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Halsschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Empfindliche Lymphknoten an Achseln und Hals
  • Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen (eines neuen Typs, Muster oder Schweregrades)
  • Zustandsverschlechterung nach Anstrengung
  • Schlafstörungen

In der Forschung wurden inzwischen aber doch eine Reihe von CFS-typischen, messbaren Normabweichungen festgestellt, die unterschiedliche Körpersysteme betreffen.

Abweichende immunologische Laborwerte

  • Häufigstes immunologisches Zeichen, vor allem der akuten, virusassoziierten CFS-Form ist vermehrte Sekretion pro entzündlicher Zytokine, wobei nicht nur Interferon-Gamma (RNASEL), sondern nicht selten auch Interleukin-10 erhöht gefunden wird.
  • Pro entzündliche Zytokine (IL-Iß) sind die maßgeblichen Auslöser der zentralen Fatigue.
  • Zunahme EBV-spezifischer zytotoxischer T-Zellen (CTL) und (Re)Aktivierung von EBV-Genomkomponenten (Antigene, DNA, mRNA).
  • Gelegentlich Zeichen chronischer T-Zellaktivierung (CD8/CD38-Zellen), eingeschränkte Proliferationsfähigkeit der T-Zellen und verminderte NK-Zellzytotoxizität.

Besonderheiten im Bereich des Neuroendokrinums bei CFS

Einheitlicher messbar als immunologische Auffälligkeiten sind Störungen der neuroendokrinen Stressachse:

  • Cortisolmangel (Hypocortisolismus) infolge verminderter Aktivität des hypothalamischen CRH-Zentrums oder peripherer Hormonresistenz.
  • Serotoninmangel, unter anderem infolge gesteigerter entzündlicher Aktivität und Synthesehemmung, meist zusammen mit Noradrenalinabfall / mitverantwortlich für Fatigue, Schlafprobleme, Konzentrationsabfall, Schmerzen, Appetitstörungen, Reizdarm.
  • Stress führt zur Aktivierung von Entzündungsreaktionen: TNF-alpha, IL-1ß, IL-6, IFN-Y.

Das Chronic Fatigue Syndrom ist darin begründet, dass der Körper chronisch in einem Stresszustand verweilt – dieser verändert nachhaltig die Aktivität der Hormonachse (CRH/ACTH/Cortisol), ebenso die Balance der monaminergen Hirnzentren.

Während in der akuten Stresssituation Cortisol und die Monoamine Noradrenalin, Adrenalin, Dopamin und Serotonin kurzfristig ansteigen, kann anhaltender Stress zum Dauer-Hypercortisolismus (Major Depression) oder auch zur Deaktivierung der HVL-NNR-Achse und Hypocortisolismus führen. Die Aktivität der Monoamine fällt unter Dauerstress immer mehr ab, zuerst Serotonin, gefolgt von Adrenalin und Noradrenalin bis zum Dopamin.

Die Folgen von CFS auf den Energiestoffwechsel

Neben den endokrinen und den immunoligischen Werten, lässt sich ebenfalls eine verminderte mitochondriale Energieproduktion (auch als Mitochondriopathie bezeichnet) feststellen. Diese äußert sich folgendermaßen:

  • Gesteigerte entzündliche Stickoxid (NO)– und Oxidanzien-Produktion.
  • Vermehrte Bildung des hochtoxischen Peroxynitrit.
  • Hemmung der mitochondrialen Atmungskette.

Diagnose von CFS

Vorhanden sein müssen das Hauptsymptom, sowie das gleichzeitige Vorkommen von 4 oder mehr der Zusatzsymptome (nach Fukuda) die während mehr als 6 Krankheitsmonate persistierend (bleibend) oder rezidivierend (wiederholend) nebeneinander bestanden haben müssen, und der Erschöpfung nicht voraus gegangen sein dürfen. Es handelt sich um eine Erschöpfung, die sich durch Ruhe nicht bessert und die Lebensqualität erheblich einschränkt. Krankheiten, die diese Symptome ebenfalls hervorrufen können, müssen sicher ausgeschlossen sein.

Diese CDC-Kriterien sind die am weitesten verbreiteten, aber es existieren noch andere wie z. B. die kanadischen Kriterien, welche ein differenziertes klinisches Instrument zur DiagnosesteIlung der CFS darstellen.

Die Erschöpfung ist bei allen Diagnose-Methoden immer das Hauptkriterium. Die Ursachen des chronischen Erschöpfungssyndroms sind bis heute nicht eindeutig geklärt.

Behandlung des Chronic Fatigue Syndroms

Die Behandlung des CFS zielt in allen Fällen auf Stressreduktion und -Vermeidung ab – aufgrund der schwere der Stressreaktion im Körper, geht man allerdings nicht allein die Lebensführung an, sondern arbeitet auf verschiedenen Ebenen, bis auf Zell-Ebene.

Therapiemöglichkeiten sind beispielsweise:

  • Neuro- und Hormonregulation ( Serotonin-, Glutamat-, Cortisol- und DHEA-Regulation )
  • Mitochondrienmedizin und Nitrostress-Behandlung
  • Immuntherapie
  • Allgemeinmaßnahmen (Psyche- Seele, Lebensführung, Ernährung, Kreislauf- Muskel- und Immun-Aufbautraining)
  • Orthomolekulare Mikronährstoffe

Fazit

Anders als oft behauptet, müssen sich Betroffene des Chronic Fatigue Syndroms nicht mit den Symptomen und der Belastung abfinden – es handelt sich hier um eine Krankheit, die durchaus behandelt werden kann und sollte.

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