Angst, Angststörungen, Phobien: So wird man sie los

Fast jeder kennt wahrscheinlich das Gefühl von Angst: Höhenangst, Angst vor Spinnen, ein mulmiges Gefühl, wenn man nachts allein durch eine dunkle Straße gehen muss. In einigen Fällen macht Angst durchaus Sinn – nehmen Angstgefühle jedoch Überhand, können sie den Alltag massiv einschränken.

Was ist Angst genau?

Als Angst bezeichnet man in der Medizin einen Affekt, welcher in den Nervenzellen des Hirnstamms, einem sehr tief im menschlichen Gehirn gelegenem Hirnareal am oberen Ende des Rückenmarks entsteht. Hier werden Affekte verarbeitet, die grundlegender sind als alltägliche Emotionen.

Im Hirnstamm werden Kampf- und Fluchtreaktionen wie auch der Totstellreflex gesteuert. Diese Funktionen dienen dem unmittelbaren Überleben und sind sehr mächtig und nicht willentlich beeinflussbar. Aus der Traumaforschung ist bekannt, dass bei Gefahr zunächt Kampf- und Fluchtreaktionen gesteuert werden. Hier kommt noche keine Angst ins Spiel. Wenn aber kein Ausweg besteht, die Gefahrensituation adäquat zu lösen, treten Angstgefühle auf, welche ursprünglich eine lebenssichernde Funktion übernahmen. 

Heutzutage allerdings besteht bei vielen Menschen Angst in einer krankhaften Form, welche in einer sogenannten Angststörung auftritt und sich teilweise sogar zu einer Angst vor der Angst entwickeln kann. In solchen Fällen kann Angst die Lebensqualität stark beeinträchtigen, anstelle dazu beizutragen das Überleben zu sichern.

Entsteht eine Angst nicht aus Furcht vor einem konkreten Objekt oder einer konkreten Situation, sondern ohne konkreten Anlass, oder ist der Betroffene dauerhaft von Ängsten geplagt und eingeschränkt, spricht man von einer krankhaften Angststörung, die dann nicht selten auch medizinischer Behandlung bedarf.

Ursachen für Angst & Angststörungen

Angst in krankhafter Form kann viele Ursachen haben, wobei zunächst die psychologischen Ursachen beleuchtet werden sollen. Beispielsweise können Menschen, die an einer chronischen Krankheit leiden, welche wie im Falle von AIDS lebensbedrohliche Züge hat, Angstzustände entwickeln, die sich aufgrund der Ungewissheit ihrer Situation nicht mehr lösen und sich so zu einer krankhaften Angst entwickeln. Doch auch seelische Erkrankungen wie

  • Stress,
  • Burnout oder
  • Depressionen oder
  • Zwangsstörungen

können krankhafte Angst mit sich bringen. Ebenso körperliche Ursachen können der Auslöser für eine krankhafte Angst sein, zum Beispiel in Form von

  • Herzkrankheiten,
  • Cortisolmangel im Rahmen einer Nebennierenschwäche,
  • Schilddrüsenstörungen,
  • Erkrankungen der Atemwege,
  • Erkrankungen des Nervensystems,
  • chronischem Stress oder
  • Schlafmangel.

Auch Alkohol und Drogen können sich negativ auswirken, sowohl auf der akut bewusstseinsverändernden Ebene, die zu einer situativen Angst führen kann, als auch auf der langfristigen Ebene durch eine Störung des Hormonhaushalts, Stoffwechselstörungen und langfristige Wahrnehmungsänderungen. Auch beim Entzug von Suchtmitteln kann es zu panikartigen Angstzuständen kommen.

Chronisch persistierende Infektionen mit Viren der Herpes-Gruppe und Borrelien u.a. sind möglicherweise weitaus häufiger für die Entstehung von Angststörungen verantwortlich, als bisher vermutet. Ein besonders wichtiger Auslösemechanismus für Panik und psychotische Störungen sind entzündliche Reaktionen in Hirnarealen durch das infektbedingt komplexe Zusammenwirken von oxidativem Stress (ROS, NOS), Entzündungsreaktionen, zunehmendem toxischen Energiedefizit (Mitochondriopathie) und neuroendokriner Destabilisierung, wird vor allem eine anhaltende Insuffizienz (Schwäche) der hormonellen (CRH, Cortisol) und neuralen (Serotonin, Noradrenalin) Stressachsen bewirkt. Auf diese Weise können Entzündungsfaktoren, Serotonindefizit und mangelhafte Energieproduktion ein unsichtbarer Auslöser von Angststörungen darstellen, die durch eine alleinige psychotherapeutische Behandlung nur unzureichend in den Griff zu bekommen sind – um so mehr durch neue therapeutische Wege zur Reduktion der Keimlast und gezielter Stärkung der Immunabwehr.

Symptome von Angst

Man könnte vermuten, dass Angst ein Gefühl ist, das die meisten Menschen schnell bemerken und erkennen. Ganz so einfach ist es allerdings in vielen Fällen nicht, denn Angst kann sich auch in eher unerwarteten Symptomen und vor allem auch körperlich stark zeigen. Mögliche Symptome sind:

  • Benommenheit
  • Schwindelgefühle
  • kalte oder schwitzende Hände
  • vermehrtes Schwitzen
  • Zittern
  • leise Stimme
  • weit geöffnete Augen

Da krankhafte Angst in Form einer Angststörung sich allerdings oft über Wochen, Monate oder sogar Jahre erhalten kann, ermüdet der Körper von dieser DaueranspannungErschöpfungszustände und daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit können die Folge sein.

Panik als gesteigerte Form der Angst steigert die Leistungsfähigkeit des Körpers auf der einen Seite zu einem Maximum, verhindert allerdings auch klares Denken, da nur noch der Überlebenstrieb zum Zug kommt.

  • Hyperventilation,
  • Hitzewallungen
  • vermehres Herzklopfen und
  • Übelkeit

können hier als Symptome hinzukommen.

Behandlung & Therapie: Was tun gegen Angst?

Die gute Nachricht: Mit Angst muss man nicht leben. Es gibt viele Maßnahmen, die jeder für sich selbst zuhause tun kann. Ergänzend kann Psychotherapie oder sogar medikamentöse Behandlung eingesetzt werden, um der Angst Herr zu werden.

Ernährung bei Angst und Panikattacken

Angst entsteht nicht zuletzt in unseren Körpern, weswegen hier darauf geachtet werden sollte, Nährstoffe zu sich zu nehmen, welche angstfördernde Gefühle nicht verstärken und im Optimalfall sogar verringern können (Neurotranmittervorstufen des Serotonin: Tryptophan und Vitamin B6). Die jüngste Forschung stellt besonders den Wert von tryptophanreicher Ernährung heraus, wobei Tryptophan eine Aminosäure ist, die im Gehirn zu Serotonin, dem „Glückshormon” umgewandelt wird – eine Art „Angstkiller” also. 

Tryptophanreiche Lebensmittel sind zum Beispiel:

  • Nüsse,
  • Sonnenblumenkerne,
  • Sesam,
  • Hafer,
  • Hirse oder auch
  • Pilze

Zusätzlich sollten raffinierte und isolierte Kohlenhydrate gemieden werden, etwa Weißmehl oder raffinierter Zucker. Stattdessen empfiehlt sich eine vollwertige und proteinreiche Ernährung.

Sport und Bewegung gegen Angstzustände

Neben gesunder und ausgewogenen Ernährung ist (leichter) Sport empfohlen. Dass Sport sich positiv auf den Hormonhaushalt auswirkt, ist lange kein Geheimnis mehr.

Fühlen sich Betroffene zu schwach für Sport, raten wir allerdings, sich nicht unter Druck zu setzen, denn zusätzlicher Stress ist eher kontraproduktiv und sollte daher vermieden werden. Schon ein kurzer Spaziergang kann – wenn er regelmäßig erfolgt – viel bewirken.

Entspannung und Entschleunigung

Entspannungstechniken und richtiger Atem können in Angst- und Paniksituationen extrem hilfreich sein. Allerdings ist richtiger Atem Übungssache und funktioniert oft nicht von Anfang an.

Mögliche Entspannungstechniken sind:

  • Achtsamkeitsübung
  • PMR
  • Atemübungen (4-7-8-Atmung, Wechselatmung)
  • Meditation
  • sanftes Yoga

Medikamentöse Behandlung bei Angststörungen

Bevor ein Arzt eine medikamentöse Behandlung anwendet, wird er in der Regel zunächst prüfen, ob ihre Angst nicht auf körperlichen Ursachen basiert. Hier etwas Geduld mitzubringen lohnt sich, denn findet der Arzt die Ursache in Ihrem Körper, kann er nicht nur sowohl die Angst als auch ihre Ursache behandeln, sondern auch Ihrem Körper helfen, wieder richtig zu funktionieren. Zeigen Sie also Gesprächs – und Kooperationsbereitschaft, dann werden Sie hiervor profitieren. Sollte Ihr Arzt nicht von selbst die Schilddrüsenfunktion, Serotonin- oder Cortisolmangel als mögliche Ursache in Betracht ziehen, können Sie ihn freundlich darauf ansprechen. Häufig liegen Ängsten auch ein gestörter Hormonhaushalt , eine Mitochondriopathie (Bestimmung von m2pk im Blut) oder ein Nährstoffmangel zu Grunde.

Liegt der Angst keine körperliche Ursache zu Grunde, kann der Arzt Ihnen eine medikamentöse Behandlung oder eine psychotherapeutische Angsttherapie verordnen. Bei letzterer werden Sie mit Hilfe eines Psychologen nach den Ursachen ihrer Ängste suchen, diese klären und sich den Ängsten stellen.

Fazit: Betroffene müssen sich nicht mit ihrer Angst abfinden

Unterm Strich bleibt zu sagen: Auch wenn die Situation für Betroffene oft ausweglos erscheint, gibt es viele Möglichkeiten, Angst und Panikzustände zu verbessern. Wir empfehlen, zuerst die körperlichen Ursachen abzuklären und parallel den eigenen Lebensstil und Alltag zu hinterfragen.

Oft können schon kleine Schritte große Erfolge bewirken.

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