Burnout

„Burnout“, ein Begriff der in den 70er Jahren in mehreren amerikanischen Studien im Bereich der Pflege geprägt worden ist, wurde in den vergangenen Jahren häufig als Modeerscheinung aufgefasst und thematisiert. Tatsächlich gehen die wissenschaftlichen Ansichten zu diesem Zustand weit auseinander; einig ist man sich jedoch insofern, dass der Zustand existiert und durch Stress hervorgerufen wird. Allerdings ließen sich häufig Tendenzen zur Generalisierung und zum inflationären Gebrauch des Begriffs beobachten, weswegen er teils mit Skepsis betrachtet wird.

Burnout ist messbar! Die Erschöpfung von Körper und Gehirn beim Burnout ist labordiagnostisch messbar. Nicht mit herkömmlichen Bluttests, sondern durch Neurotransmittertests (Gehirnhormone), Nebennieren- und Mitochondrienfunktion (zelluläre Energiekraftwerke). Dazu später mehr…

Was ist Burnout?

Das Burnout-Syndrom („ausgebrannt sein“) ist ein Zustand körperlicheremotionaler und geistiger Erschöpfung mit einhergehender deutlich reduzierter Leistungsfähigkeit.

Gängige Anzeigen dafür, dass ein Mensch an Burnout leidet sind beispielsweise, dass er

  • entmutigt und depressiv verstimmt ist,
  • keinen Antrieb hat, den Beruf weiter auszuführen,
  • Schuldgefühle hat,
  • frustriert ist und
  • Konzentrationsprobleme aufweist,
  • Erschöpfungszustände und Ängste hat
  • eine flache Atmung aufweist
  • oftmals über Schmerzen klagt z.B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen etc.

Eine ausführliche Liste der Symptome, die mit Burnout in Verbindung gebracht werden können, finden Sie im Artikel “Burnout Symptome”.

Burnout: Labortest und Coaching

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Was ist der Unterschied zwischen Burnout und Depression?

Die Diagnose einer Depression basiert allein auf den Symptomen des Patienten. Die Symptome einer Depression klar definiert. Beim Burnout hingegen liegt der Fokus darauf, in welcher Situation die Erschöpfung entstanden ist. Liegen die Ursachen für die tiefe Erschöpfung in permanenter Überlastung, spricht man von Burnout und nicht von Depression.

Bei Burnout liegt der Schwerpunkt also auf den “Ursachen“. Die Ursachen sind zwar von enormer Bedeutung für die Prävention, die Therapie und die Vermeidung von Rückfällen. Wenn es jedoch um eine klare Diagnosestellung geht, sind Ursachen nicht so objektiv messbar wie die Symptome.

Das Burnout stellt in der Medizin keine eigenständige Krankheit dar, sondern ist nach Definition der WHO ein Einflussfaktor auf den Gesundheitszustand. Grund dafür ist, dass die Symptome und Auswirkungen bisher nicht klar genug umschrieben werden konnten und denen der Depression sehr stark ähneln. Die Besonderheiten von Burnout treffen nicht auf alle Menschen mit Depressionen zu. Während eine Depression scheinbar grundlos entstehen kann, durchläuft ein von Burnout betroffener Mensch oft typische, aufeinander folgende Phasen.

Krankheitsverlauf: Wie entwickelt sich ein Burnout?

Es gibt keinen generellen Krankheitsverlauf beim Burnout-Syndrom; auch in der Medizin und der Psychotherapie gibt es noch kein allgemeingültiges Schema, wie sich der Zustand entwickelt. Dennoch lässt sich eine grobe Einteilung in drei Stadien vornehmen:

  • Im Stadium I ist die Leistungsfähigkeit noch hoch, der Betroffene scheint vor Energie zu strotzen, wirkt sehr offensiv in seinem Vorgehen. Man hält sich für unentbehrlich in dem, was man tut, sei es privat oder beruflich. Es lässt sich nur schwer erkennen, für den Betroffenen meist am allerwenigsten, dass er sich in einer frühen Phase eines Burnouts befindet.
  • Im Stadium II nimmt die Leistungsfähigkeit ab, der Betroffene wird zunehmend unzufriedener und passiver. Er fühlt sich überfordert und nicht ausreichend für seine Arbeit wertgeschätzt. Die Qualität seiner Arbeit lässt nach.
  • Im Stadium III schließlich hat die Leistungsfähigkeit ihren Tiefpunkt erreicht, der Betroffene ist ausgebrannt, müde, erschöpft und lustlos. Seine Arbeit nimmt er nur noch als Belastung war. Häufig flüchtet er sich aus der Realität und hat Suchtprobleme, teilweise auch Panikattacken und Suizidgedanken. Eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung ist notwendig.

Welchen Einfluss hat Burnout auf unser Gehirn?

Die stressbedingte Erschöpfung der Körpersysteme macht sich auch im Gehirn bemerkbar, denn unser Gehirn verarbeitet nicht nur Informationen, Erinnerungen und Eindrücke auf Hochtouren, sondern produziert auch Botenstoffe, die der Steuerung des Körpers und des Stoffwechsels dienen.

Damit das Nervensystem und die Gehirnleistung optimal funktionieren können, ist ein hohes Maß an Energie erforderlich. Befindet sich ein Mensch in einem Zustand von akutem und anhaltendem Stress, kann auch das Gehirn nicht mehr ausreichend Energie zur Verfügung haben und die Leistung lässt nach. Die Neurotransmitter im Gehirn, die maßgeblich an der Signalübertragung von Informationen zwischen den Nervenzellen beteiligt sind, können durch Stress, Angst und Anspannung aus dem Gleichgewicht geraten. Bei einem Burnout verbraucht das Gehirn mehr Neurotransmitter, als es wieder produzieren kann. Dies führt zu Symptomen wie Konzentrationsproblemen, Hirnnebel, Gedächtnisstörungen, depressiven Verstimmungen usw. Der biochemische Mangel, der durch die Überlastung des Körpers entsteht, kann durch spezielle Messungen nachgewiesen werden. Diese Störungen sind in einem herkömmlichen Blutbild nicht nachweisbar. Dennoch:

Die Erschöpfung ist im Körper messbar!

Welche Messungen dafür geeignet sind, erfahren Sie gleich…

Was passiert in unserem Körper bei Burnout?

Psychische, physische und emotionale Belastungen bringen nicht nur unser seelisches Gleichgewicht auf Dauer durcheinander, auch unsere Körperfunktionen werden durch verschiedene Stressbelastungen beeinflusst und beeinträchtigt. Oft reagieren wir inmitten unseres hektischen Alltags erst, wenn sich Beschwerden bereits bemerkbar machen und wir sie nicht mehr ignorieren können.

Die meisten Menschen verbinden mit dem Thema Burnout Symptome wie Stress und Erschöpfung – doch was passiert eigentlich im Körper während dieser Zeit? Im Rahmen eines Burnout kommt es häufig zu einer muskulären Anspannung im Körper, der sich aufgrund von Stressfaktoren permanent in Kampfbereitschaft befindet.

Entzündungen und oxidativer Stress nehmen zu. Der Blutdruck steigt dauerhaft an, und infolgedessen besteht ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei einem Burnout ist es außerdem ratsam, ein besonderes Augenmerk auf die Funktion der Nebennieren zu legen.

Bei akutem Stress reagiert der Körper zunächst mit einer erhöhten Produktion des Stresshormons Cortisol, das in der Nebenniere gebildet wird. Das Hormon wird in Intervallen über den Tag verteilt ausgeschüttet, damit unser Körper den Stress aufnehmen und richtig verstoffwechseln kann. In Extremsituationen wird das Stresshormon Cortisol in großen Mengen ausgeschüttet und dem Körper zur Verfügung gestellt, um das Überleben in Gefahrensituationen zu sichern.

Wird der Alltag jedoch permanent als Extremsituation erlebt, schüttet auch die Nebenniere permanent Cortisol aus, bis das Organ in seiner Funktion völlig erschöpft ist. Dies führt oft nicht nur zu einer Nebennierenschwäche, sondern kann auch mit Veränderungen im Hormonhaushalt einhergehen.

Mehr Informationen zum Thema Nebennierenschwäche finden Sie hier:
https://esantera.de/nebennierenschwaeche-symptome-anzeichen/

Welche Hormone sollten auf Burnout und/oder Nebennierenschwäche untersucht werden?

  • Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin (Adrenalin und Noradrenalin sind auch Botenstoffe des Gehirns und haben Einfluss auf unsere Gehirntätigkeit)
  • DHEA
  • Sexualhormone Östradiol, Testosteron und Progesteron
  • Aldosteron

Um weitere Ursachen für die sinkende Hormonproduktion zu klären, wäre auch eine Labormessung der Mitochondrienaktivität sinnvoll. Die Mitochondrien produzieren die lebenswichtigen Hormone in den Nebennierenzellen und ihre Leistung kann durch verschiedene Faktoren, darunter auch Stress, eingeschränkt werden. Die Mitochondrien stellen dann zu wenig Energie zur Verfügung, wodurch der gesamte Stoffwechsel gestört wird. Langanhaltender Stress, unzureichende Erholung und ein möglicher Mangel an Mikronährstoffen schädigen die Kraftwerke in den Zellen. Die Schädigung der Mitochondrien führt zu einem Rückgang der Hormonproduktion und in der Folge zu körperlichen Abbauprozessen oder einem völligen Zusammenbruch der Körperfunktionen: Burnout

Die Symptome des Burnout sind unspezifisch, können aber durch eine Untersuchung auf neurobiologische Störungen oder Organausfälle gezielt behandelt werden!
Eine psychotherapeutische Behandlung sowie der Wiederaufbau der erschöpften Körpersysteme sind ein Weg, der den Betroffenen ganzheitlich in die Genesung begleiten kann.

Diagnose: Wie wird Burnout diagnostiziert?

Das Problem bei der Diagnose eines Burnout ist, dass er keine allgemein anerkannte Krankheit darstellt. Im herkömmlichen Labor lässt sich der Zustand nicht nachweisen und es gibt keinen offiziellen Test, der formell für eine Diagnosestellung anerkannt ist. Nur wenige Ärzte verfügen über das Wissen, dass mit einer labordiagnostischen Messung der Mitochondrienfunktion und Stresshormon-Achse eine zuverlässige Beurteilung des Erschöpfungsgrades und eine Kontrolle des Behandlungsverlaufes möglich ist.

Meistens wenden sich Betroffene an ihren Hausarzt, dieser kann sie, wenn er sich nicht sicher ist, auch an einen Psychologen oder Psychotherapeuten überweisen. Anhand von Fragebögen lassen sich die Beschwerden des Patienten genauer einordnen, damit dann nach dem Ausschlussverfahren die Ursache gesucht werden kann. Das bedeutet, dass mögliche Ursachen für die körperlichen Beschwerden untersucht und ausgeschlossen werden müssen, um zu einer eindeutigeren Diagnose zu gelangen.

Mittels Speicheltest lässt sich ein Teil der körperlichen Diagnoseverfahren auch zuhause durchführen – so können sich Betroffene auf eigene Verantwortung um Ihr Wohlbefinden kümmern, ohne dass ihr Hausarzt die entsprechenden Untersuchungen anordnen und verschreiben muss.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Zur Heilung eines Burnouts gibt es klassischerweise drei verschiedene Ansätze:

  • Änderung des Lebensstils
  • Psychotherapie
  • Medikamentöse Therapie
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Qi Gong oder Meditation

Eine Entlastung und Entschleunigung des Lebens ist dabei zwingend notwendig, um dem Betroffenen Zeit für Reflexion und Entspannung zu schaffen.

Ausführliche Informationen zur Burnout-Therapie und darüber, was Sie als Betroffener selbst tun und beachten können, finden Sie im Artikel “Burnout Behandlung“.

Das Esantera-Team berät Sie gerne und kompetent!

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