Burnout

„Burnout“, ein Begriff der in den 70er Jahren in mehreren amerikanischen Studien im Bereich der Pflege geprägt worden ist, wurde in den vergangenen Jahren häufig als Modeerscheinung aufgefasst und thematisiert. Tatsächlich gehen die wissenschaftlichen Ansichten zu diesem Zustand weit auseinander; einig ist man sich jedoch insofern, dass der Zustand existiert und durch Stress hervorgerufen wird. Allerdings ließen sich häufig Tendenzen zur Generalisierung und zum inflationären Gebrauch des Begriffs beobachten, weswegen er teils mit Skepsis betrachtet wird.

Was ist Burnout?

Das Burnout-Syndrom („ausgebrannt sein“) ist ein Zustand körperlicheremotionaler und geistiger Erschöpfung mit einhergehender deutlich reduzierter Leistungsfähigkeit. Es stellt in der Medizin keine eigenständige Krankheit dar, sondern nach Definition der WHO ein Einflussfaktor auf den Gesundheitszustand. Grund dafür ist, dass die Symptome und Auswirkungen bisher nicht klar genug umschrieben werden konnten und denen der Depression sehr stark ähneln. Mediziner sind sich auch nicht einig, ob Burnout zukünftig als Krankheit oder weiterhin als Einflussfaktor aufgefasst werden wird.

Gängige Anzeigen dafür, dass ein Mensch an Burnout leidet sind beispielsweise, dass er

  • entmutigt ist,
  • keinen Antrieb hat den Beruf weiter auszuführen,
  • Schuldgefühle hat,
  • frustriert ist und
  • Konzentrationsprobleme aufweist.

Eine ausführliche Liste der Symptome, die mit Burnout in Verbindung gebracht werden können, finden Sie im Artikel „Burnout Symptome“.

Wie hoch ist mein Burnout-Risiko?

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Krankheitsverlauf: Wie entwickelt sich ein Burnout?

Es gibt keinen generellen Krankheitsverlauf beim Burnout-Syndrom; auch in der Medizin und der Psychotherapie gibt es noch kein allgemeingültiges Schema, wie sich der Zustand entwickelt. Dennoch lässt sich eine grobe Einteilung in drei Stadien vornehmen:

  • Im Stadium I ist die Leistungsfähigkeit noch hoch, der Betroffene scheint vor Energie zu strotzen, wirkt sehr offensiv in seinem Vorgehen. Man hält sich für unentbehrlich in dem, was man tut, sei es privat oder beruflich. Es lässt sich nur schwer erkennen, für den Betroffenen meist am allerwenigsten, dass er sich in einer frühen Phase eines Burnouts befindet.
  • Im Stadium II nimmt die Leistungsfähigkeit ab, der Betroffene wird zunehmend unzufriedener und passiver. Er fühlt sich überfordert und nicht ausreichend für seine Arbeit wertgeschätzt. Die Qualität seiner Arbeit lässt nach.
  • Im Stadium III schließlich hat die Leistungsfähigkeit ihren Tiefpunkt erreicht, der Betroffene ist ausgebrannt, müde, erschöpft und lustlos. Seine Arbeit nimmt er nur noch als Belastung war. Häufig flüchtet er sich aus der Realität und hat Suchtprobleme, teilweise auch Panikattacken und Suizidgedanken. Eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung ist notwendig.

Diagnose: Wie wird Burnout diagnostiziert?

Das Problem bei der Diagnose eines Burnout ist, dass er keine allgemein anerkannte Krankheit darstellt. Im herkömmlichen Labor lässt sich der Zustand nicht nachweisen und es gibt keinen offiziellen Test, der formell für eine Diagnosestellung anerkannt ist. Nur wenige Ärzte verfügen über das Wissen, dass mit einer labordiagnostischen Messung der Mitochondrienfunktion und Stresshormon-Achse eine zuverlässige Beurteilung des Erschöpfungsgrades und eine Kontrolle des Behandlungsverlaufes möglich ist.

Meistens wenden sich Betroffene an ihren Hausarzt, dieser kann sie, wenn er sich nicht sicher ist, auch an einen Psychologen oder Psychotherapeuten überweisen. Anhand von Fragebögen lassen sich die Beschwerden des Patienten genauer einordnen, damit dann nach dem Ausschlussverfahren die Ursache gesucht werden kann. Das bedeutet, dass mögliche Ursachen für die körperlichen Beschwerden untersucht und ausgeschlossen werden müssen, um zu einer eindeutigeren Diagnose zu gelangen.

Mittels Speicheltest lässt sich ein Teil der körperlichen Diagnoseverfahren auch zuhause durchführen – so können sich Betroffene auf eigene Verantwortung um Ihr Wohlbefinden kümmern, ohne dass ihr Hausarzt die entsprechenden Untersuchungen anordnen und verschreiben muss.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Zur Heilung eines Burnouts gibt es klassischerweise drei verschiedene Ansätze:

  • Änderung des Lebensstils
  • Psychotherapie
  • Medikamentöse Therapie

Eine Entlastung und Entschleunigung des Lebens ist dabei zwingend notwendig, um dem Betroffenen Zeit für Reflexion und Entspannung zu schaffen.

Ausführliche Informationen zur Burnout Therapie und darüber, was Sie als Betroffener selbst tun und beachten können, finden Sie im Artikel „Burnout Behandlung“.