Nebennierenschwäche heilen: Infos & Tipps für die Behandlung zuhause

Bei einer Nebennierenschwäche fehlen im Körper lebenswichtige Hormone, allen voran Kortisol. Anhaltende Erschöpfung und Infektanfälligkeit sind nur einige Folgen – oft wird sogar fälschlicherweise ein Burn-Out diagnostiziert. 

Die gute Nachricht: Sie können mit einfachen Mitteln und von zuhause aus Ihre erschöpften Nebennieren stärken und so die Nebennierenschwäche heilen. Hier geht’s direkt zu den Behandlungstipps.

Im Folgenden Artikel behandeln wir das Thema Nebennierenschwäche umfassend und ganzheitlich – denn nur, wenn die Krankheit als solche mit ihren Ursachen und Symptomen wirklich verstanden wird, kann sie auch gezielt behandelt und langfristig geheilt werden.

Definition: Nebennierenschwäche, Cortisolmangel, Burn-Out, Nebenniereninsuffizienz – wo liegen die Unterschiede? 

Beginnen wir mit einer Begriffsdefinition: Oft werden verschiedene Krankheitsbilder durcheinander gebracht, was im schlimmsten Fall zur Fehlbehandlung und so zur Verschlimmerung der Symptome führen kann. Deswegen möchten wir zu Beginn Klarheit in den Begriffs-Jungle bringen.

Nebennierenschwäche

Produktionsschwäche der Nebenniere. Aufgrund einer länger andauernden Überanstrengung oder Stress-Situation gerät die Nebenniere in einen Erschöpfungszustand und kann deswegen zeitweise nicht genug Cortisol produzieren.

Nebenniereninsuffizienz

Bei der Nebenniereninsuffizienz handelt es sich um eine sehr seltene, aber ernsthafte Autoimmunkrankheit. Ein Besuch beim Endokrinologen und medikamentöse Unterstützung der Nebennieren ist dringend angezeigt.

Cortisolmangel

Beim Cortisolmangel handelt es sich nicht um ein Krankheitsbild, sondern um ein Symptom. Ein Cortisolmangel entsteht, wenn die erschöpfte Nebenniere zu wenig oder kein Cortisol mehr produziert.

Burn-Out

Ein Burn-Out Syndrom wird häufig ohne weitere Untersuchung aufgrund von Lebensumständen und Erschöpfungszuständen diagnostiziert und nicht selten mit Psychopharmaka behandelt. Oft ist das Burn-Out aber auch ein Symptom der Nebennierenschwäche und kann entsprechend behandelt werden.

Im weiteren Verlauf beschäftigen wir uns noch eingehend mit der Funktionsweise der Nebenniere , zuerst möchten wir uns jedoch den Symptomen, der Diagnose und der Behandlung widmen, da diese für Betroffene oft die größere Relevanz haben.

Symptome einer Nebennierenschwäche

Die Symptome der Nebennierenschwäche sind vielfältig und verändern sich im Laufe der Zeit. Das liegt daran, dass sich die Krankheit in verschiedene Phasen unterteilen lässt und die Cortisolausschüttung in den verschiedenen Phasen variiert. 

Folgende Symptome sind typisch für die Nebennierenschwäche: 

  • anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
  • Ängste 
  • verminderte Merkfähigkeit, Vergesslichkeit
  • Depression
  • Energieloch am Morgen und am Nachmittag
  • Neigung zum Zittern, sobald man unter Druck gerät
  • Nervosität und Herzklopfen
  • Infektanfälligkeit
  • Schwindel, vor allem nach dem Aufstehen
  • Übelkeit
  • Verdauungsstörungen
  • Schmerzempfindlichkeit
  • verminderte Libido
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Haarausfall
  • dünne und trockene Haut

Nebenniere testen: Leiden Sie unter einer Nebennierenschwäche?

Wenn Sie sich in Symptomen wiederfinden, könnte eine geschwächte Nebenniere der Grund für Ihre Beschwerden sein. Bevor wir uns der Behandlung widmen, sollten Sie jedoch sicher gehen, dass die richtige Diagnose gestellt wird. 

Eine Richtlinie kann der folgende Selbsttest geben – dieser ersetzt aber selbstverständlich keine vollständige Labordiagnostik. 

Selbsttest: Einfacher Fragebogen für zuhause

Labordiagnostik: Cortisol-Bestimmung mit Blut- oder Speicheltests

Zur labordiagnostischen Abklärung eignen sich beispielsweise Blut- oder Speicheltests. In der Regel wird die Nebennierenfunktion durch ein Cortisol-Tagesprofil bestimmt, also darüber, wie sich der Cortisolwert innerhalb eines Tages verändert. 

Der Bluttest wird in der Regel vom Hausarzt oder Endokrinologen vorgenommen, einen Speicheltest kann man dagegen bequem zuhause durchführen – der Laborbefund inklusive Handlungsempfehlung wird dann bequem per Post verschickt. 

Therapie & Behandlung: Kann eine Nebennierenschwäche geheilt werden?

Gute Nachrichten: Nebennierenschwäche ist heilbar, eine erschöpfte Nebenniere kann komplett regeneriert werden. Je nach dem, wie weit die Nebennierenschwäche fortgeschritten ist, kann sich der Heilungsprozess aber über mehrere Wochen und Monate ziehen – es ist also Geduld gefragt. 

Will man die Nebennierenschwäche nachhaltig heilen und gleichzeitig vermeiden, dass die Symptome zurückkehren, sollte man die folgenden vier Aspekte in der Therapie beachten: 

  1. Stressfaktoren minimieren
  2. Lebensstil anpassen
  3. Ernährung und Nahrungsergänzung
  4. Natürliche Hormontherapie

Auf die einzelnen Punkte gehen wir in den folgenden Absätzen genauer ein. 

Stress reduzieren: Einfacher gesagt, als getan? 

“Mach dir doch nicht so viel Stress!” – ein Satz, den Nebennieren-Patienten wahrscheinlich regelmäßig aus ihrem Umfeld hören. Oft ist das jedoch leichter gesagt, als getan. 

Die gute Nachricht: Schon mit wenigen einfachen Kniffen lässt sich der Stress im Alltag gut reduzieren – ein paar Inspirationen möchten wir hier teilen: 

  • entspannt aufstehen: Der Morgen macht den Tag!
  • zeitig schlafen gehen
  • regelmäßig essen, am besten selbst gekocht und am Tisch
  • regelmäßige Pausen
  • Meditation oder Entspannungsmusik
  • Digital Detox: Smartphone & PC für einige Stunden täglich abschalten
  • Spaziergänge in der Natur, etwa im Wald

Behalten Sie dabei im Hinterkopf: Alles kann, nichts muss! Nicht selten wurde durch den Versuch, Stress zu reduzieren, noch mehr Stress erzeugt. Routinen werden nicht über Nacht aufgebaut oder verändert – wir empfehlen deswegen das Prinzip der kleinen Schritte. 

Stress im Organismus beseitigen

Ein Faktor, der oft übersehen wird, ist der Stress, der nicht aus dem Alltag, sondern aus dem eigenen Körper kommt, etwa durch Funktionsstörungen im Darm, chronische Infektionen, Allergien oder unbehandelte Entzündungsherde im Körper. 

Liegt der Verdacht nahe, dass die Erschöpfung der Nebenniere durch andere organische Beschwerden ausgelöst wird, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen und die Beseitigung der Ursache im Vordergrund stehen. 

Gesunder Lebensstil als Ausgangspunkt für gesunde Nebennieren

Rhythmische Ruhepausen

Diesen Punkt haben wir gerade schon kurz angesprochen: Pausen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern elementar wichtig. So sollten Sie unbedingt mehrmals täglich einige Minuten Pause machen. 

Tipp: Gerade im Arbeitsalltag werden Pausen gern vergessen. Stellen Sie sich daher einen Wecker, der Sie alle zwei bis maximal drei Stunden an eine kurze Pause erinnert. 

Moderater Sport oder Spaziergänge

Sport ist die einfachste und effektivste Methode, um Stress abzubauen und den Körper aus dem Fight, Flight or Freeze-Mode herauszuholen. Aber auch hier gilt: Hören Sie auf sich und Ihr eigenes Körpergefühl und überanstrengen Sie sich nicht. 

So sind beispielsweise Sport-Einheiten von nur 10-15 Minuten optimal. Alternativ kann auch ein Spaziergang im Grünen oder eine Yoga-Einheit hilfreich sein. 

Regelmäßige Mahlzeiten

Das Thema Ernährung bei Nebennierenschwäche ist so umfangreich, dass wir ihm ein eigenes Kapitel gewidmet haben. Eines kann man in dem Kontext jedoch nicht oft genug wiederholen – und deswegen möchten wir es hier schon einmal kurz erwähnen: Nehmen Sie regelmäßige Mahlzeiten zu sich. Auch großer Hunger und Unterzuckerung bedeuten Stress für Ihren Körper und die Nebenniere!

Wenn möglich, sollten Nebennieren Patienten den Tag mit einem gesunden Frühstück starten, drei bis vier Mahlzeiten zu sich nehmen und sich bei Hunger zwischendurch einen kleinen Snack erlauben, etwa Energy Balls oder Obst. 

Tipp: Energy Balls sind einfach zu transportieren, ein leckerer Snack für zwischendurch und wirklich easy und schnell gemacht. Dazu zum Beispiel Haferflocken, Nussmus, Datteln und Kakaopulver in den Mixer geben, bis eine glatte und gut formbare Masse entsteht. Aus dieser Masse können Kugeln gerollt und etwa in Nuss-Splittern oder Kakaopulver gewälzt werden. Fertig sind leckere Energy Balls. Der Kreativität sind dabei natürlich keine Grenzen gesetzt, auch Müsli, Trockenobst, Schokochips oder Nussstückchen lassen sich hervorragend im Teig verarbeiten. 

Die richtige Ernährung bei Nebennierenschwäche

Wie bereits kurz angesprochen ist die Ernährung eines der wichtigsten Mittel, um die Nebennieren zu unterstützen und eine Nebennierenschwäche zu heilen. Deswegen widmen wir uns in diesem Kapitel ausführlich den Ernährungsempfehlungen.

Wichtig: Die Ernährung ist ein elementarer Teil Ihres Alltags  – und ebenso wie Ihren Alltag werden sie wahrscheinlich auch Ihre Ernährung nicht von heute auf morgen komplett verändern können oder wollen. Das ist okay! Ihr Körper, allen voran Ihr Stoffwechselsystem und Ihr Gehirn haben sich über die Jahre an die dritte Tasse Kaffee und das Weizen-Butter-Croissant zum Frühstück gewöhnt – setzen Sie sich selbst deswegen nach Möglichkeit nicht auf einen “kalten Entzug”, sondern gehen Sie die Ernährungsumstellung Schritt für Schritt an. Alles andere würde im Körper für noch mehr Stress sorgen und wäre damit kontraproduktiv. 

Koffein-Konsum reduzieren, auf Kaffee verzichten

Sie kommen morgens ohne eine große Tasse Kaffee kaum in die Gänge? Keine Sorge, damit sind Sie nicht allein. Leider bringt Koffein die Cortisol-Ausschüttung und damit Ihre Nebennieren durcheinander, was dazu führt, dass Sie sich nach dem ersten Energie-Hoch noch erschöpfter fühlen als zuvor. 

Wir empfehlen deswegen, den Koffein-Konsum zu reduzieren und am besten komplett auf Kaffee, Schwarztee, Cola und Co zu verzichten. Am einfachsten ist es, den Kaffee am Morgen schrittweise auszuschleichen, etwa Tag für Tag etwas weniger Kaffee und etwas mehr Milch hinzuzugeben, bis Sie komplett darauf verzichten können, oder direkt auf entkoffeinierten Kaffee umzusteigen, um einen ebenso leckeren Ersatz genießen zu können. 

Morgens wie ein Kaiser,… – Richtig frühstücken

Der Morgen macht den Tag! Starten Sie deswegen mit einem ausgiebigen Frühstück – von Porridge über Overnight Oats bis hin zu Buchweizen-Pfannkuchen oder Zucchini-Waffeln: Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch eine herzhafte Brühe kann ein gutes Frühstück sein, das den Mineralstoffhaushalt ausgleicht und die Salze, die über Nacht verloren gegangen sind, morgens wieder zuführt. 

Weniger geeignet dagegen sind sehr zuckerhaltige Lebensmittel – diese schicken den Blutzuckerspiegel schon morgens auf eine Achterbahnfahrt und bringen den Stoffwechsel so durcheinander. Für ein süßes Frühstück empfehlen wir die Süße aus Obst – nur Mut, es mag am Anfang ungewohnt schmecken, nach ein paar Tagen hat man sich aber bereits daran gewöhnt. 

Tipp: Frühstücken Sie nicht im Auto oder auf dem Weg zur Arbeit. Nehmen Sie sich stattdessen zuhause oder im Büro ein paar Minuten Zeit, die erste Mahlzeit des Tages wirklich zu genießen. 

Eat the rainbow: Viel buntes Gemüse!

Mit “Eat the rainbow” meinen wir selbstverständlich nicht Gummibärchen in verschiedenen Farben, sondern so viel buntes Gemüse wie möglich. Versuchen Sie, einen möglichst hohen Anteil an grünem Gemüse in Ihre Ernährung zu integrieren, etwa durch Brokkoli, Blattspinat oder Salate, und kombinieren Sie diesen mit verschiedenen anderen Gemüsesorten, etwa Karotten, Paprika oder Roter Beete. 

Tipp: Legen Sie bei Ihrem Wocheneinkauf mindestens eine Gemüsesorte in den Einkaufswagen, die Sie noch nie vorher probiert haben. Das bringt nicht nur Spaß bei der Rezept-Suche, sondern sorgt automatisch für Abwechslung beim Kochen. 

Pseudogetreide statt Auszugsmehl

Versuchen Sie, auf Lebensmittel zu verzichten, die Ihren Blutzuckerspiegel schnell verändern. Neben Süßigkeiten sind das zum Beispiel leere Kohlenhydrate, etwa Weizenmehlbrötchen, weißer Reis oder Laugenbrezeln. 

Sie können stattdessen auf Vollkornprodukte oder auf Pseudogetreide, etwa Buchweizen, Quinoa oder Amaranth zurückgreifen – auch Proteinquellen und hochwertige Fette, etwa Linsen, Kichererbsen, Nüsse oder Kerne machen schnell und lang satt, ohne den Blutzuckerspiegel auf Achterbahnfahrt zu schicken. 

Tipp: In vielen Supermärkten gibt es mittlerweile Nudeln und Reis aus Kichererbsen oder Linsen. Diese sind nicht nur lecker, sondern auch proteinreich und gesund. 

Nahrungsergänzungsmittel & Nährstoffpräparate bei Nebennierenschwäche

Die Heilung der Nebenniere ist nur dann problemlos möglich, wenn der Körper mit allen Stoffen versorgt ist, die er braucht. In der Regel sollte man versuchen, dies über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung zu erreichen – in vielen Fällen lässt sich die optimale Ernährung allerdings nicht sofort integrieren, oft bestehen auch bereits Mangelzustände. 

Dann lohnt es sich, mit Mikronährstoff Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln zu arbeiten, um die Reserven aufzufüllen und so den Grundstein für die eigene Gesundheit zu legen. 

Folgende Vitamine und Nährstoffe können die Nebenniere unterstützen: 

  • Vitamin B-Komplex
  • Magnesium
  • Tryptophan
  • Vitamin C
  • Omega 3 Fettsäuren

Vitamin B-Komplex für starke Nerven im Kampf gegen den Stress

B-Vitamine sind die wahrscheinlich gängigsten Mikronährstoffe in der Nahrungsergänzung – gerade Vitamin B12 wird von Vegetariern und Veganern regelmäßig supplementiert. Wir möchten uns an dieser Stelle nicht zu sehr in medizinischen Details verlieren – wichtig zu wissen ist, dass die verschiedenen B-Vitamine unter anderem für unterschiedliche Stoffwechselprozesse, aber auch für eine gesunde und normale Nervenfunktion verantwortlich sind. 

In einem Vitamin B-Komplex Präparat sollten zur optimalen Unterstützung der Nebenniere folgende Stoffe enthalten sein: 

  • Vitamin B6
  • Vitamin B12
  • Folsäure
  • Vitamin B5
  • Niacin
  • Vitamin B1

Einzelpräparate wie das beliebte Vitamin B12 würden wir im Falle einer Nebennierenschwäche nicht uneingeschränkt empfehlen – hier besteht die Gefahr, dass dann die restlichen B-Vitamine zu kurz kommen. 

Bitte achten Sie sowohl bei Kombi- als auch bei Einzelpräparaten auf die richtige Dosierung. In der Regel werden auf Nahrungsergänzungsmitteln die Referenzmengen in % angegeben, diese kann gut zur Orientierung genutzt werden.

Magnesium als Puffer für Stresshormone

Magnesium hemmt nachweislich die Ausschüttung von Stresshormonen und wird deswegen nicht nur gern gegen Verspannungszustände, sondern auch zur Verbesserung der emotionalen und seelischen Stressreaktion angewandt. 

Bei erhöhtem Stress empfiehlt sich eine Dosierung von 400 mg täglich – in besonderen Fällen kann aber auch eine höhere Dosierung von bis zu 600 mg hilfreich sein. Eine höhere Magnesium-Zufuhr kann allerdings zu Verdauungsbeschwerden und Durchfall führen. In diesem Fall sollte anfangs eine geringere Dosis eingenommen und die Menge langsam erhöht werden. 

Tryptophan: Glückshormone to go

Tryptophan ist kein klassischer Mikronährstoff, doch die Aminosäure ist eine Vorstufe des bekannten Glückshormons Serotonin – und kann im Körper entsprechend in Serotonin umgewandelt werden. Durch die Einnahme von Tryptophan kann der Cortisolspiegel gesenkt und die Stimmung gehoben werden. Achtung: Tryptophan sollte nicht mit Psychopharmaka kombiniert werden und auch bei Lebererkrankungen ist erhöhte Vorsicht geboten. Sprechen Sie in diesem Fall am besten vorher mit Ihrem behandelnden Arzt. 

Vitamin C: Nicht nur zur Vorbeugung von Infekten

Eine erhöhte Infektanfälligkeit gehört zu den Symptomen der Nebennierenschwäche. Vitamin C kann hier Abhilfe schaffen. Zusätzlich bekämpft Vitamin C oxidativen Stress und kann so die Folgen des Stresses – körperlich, sowie psychisch – lindern. 

Körperlich – von der Nebennierenschwäche abgesehen – gesunde Menschen können Vitamin C in der Regel problemlos höher dosieren, 1000 mg sind hier die Regel. Hören Sie dabei immer auf Ihren eigenen Körper und sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Arzt. 

Essensplan: Beispiel für einen Tag

Die richtige Ernährung bei Nebennierenschwäche klingt kompliziert – muss sie aber gar nicht sein. Zur Unterstützung haben wir einen kleinen Essensplan aufgestellt, der die Möglichkeiten für einen Tag aufzeigt. 

Wichtig: Von einem Tag passender Ernährung wird die Nebenniere nicht gesund. Im besten Fall wird die Ernährung nachhaltig und dauerhaft umgestellt, mindestens sollte die nebennierengerechte Ernährung aber für einige Wochen beibehalten werden. 

FrühstückBuchweizen-Pfannkuchen mit Joghurt und Beeren
Snackeine Hand voll Nüsse
MittagessenBunte Gemüselasagne mit Gartenkräuter-Topping
SnackEnergy-Ball mit Kakaonibs
AbendessenKürbissuppe mit Kürbiskernen und frischen Sprossen

Tipp: Gern unterstützen wir Sie auch bei einer langfristigen Umstellung. Unser beratender Arzt, Dr. Jens Neidert, hat einen Therapieplan zur Behandlung der Nebennierenschwäche entwickelt, der sich an die einzelnen Phasen und an die Schwere der Krankheit anpasst. Bei Interesse, kontaktieren Sie uns hierzu gern. 

Medizinisches Hintergrundwissen: Funktionsweise der Nebenniere

Nachdem wir nun alle Details zu Symptomen, Diagnose und Behandlung abgeklärt haben, möchten wir Sie noch mit medizinischen Hintergründen und Details versorgen. Beim Besuch von Ärzten kommen diese aus Zeitmangel oft zu kurz und Patienten werden mit der Diagnose und ohne weitere Infos allein gelassen. Das sollte so nicht sein – deswegen versuchen wir hier, die bestmögliche Aufklärungsarbeit zu leisten. 

Aufbau der Nebenniere

Die Nebenniere ist nur ca. 3 cm lang und 1,5 cm breit und sitzt auf den Nieren. Stark vereinfacht kann man sagen, dass sich die Nebenniere aus zwei Teilen zusammensetzt: Der Nebennierenrinde und dem Nebennierenmark. 

Für die Nebennierenunterfunktion ist allerdings die Nebennierenrinde relevanter, denn hier wird das Stresshormon Cortisol produziert. 

Was hat es denn nun mit Cortisol auf sich? 

Cortisol gehört zu den Stresshormonen und hat eine überlebenswichtige Wirkung, denn es sorgt dafür, dass der Körper in stressigen Situationen mit Energie versorgt wird und so leistungsfähig bleiben kann. 

Problematisch wird es, wenn der Körper dauerhaft unter Stress steht – etwa, weil wir den ganzen Tag von einem Meeting zum anderen hetzen, die Pausen vergessen, unterwegs im Stehen essen oder das Essen direkt komplett ausfallen lassen und uns abends noch mit unserem Partner streiten, bevor wir ausgelaugt zum Junkfood greifen und direkt danach todmüde ins Bett fallen, bis am nächsten Tag der Alltagsstress von neuem startet. 

Hormonell gesehen bedeutet solch ein Tagesablauf, dass der Körper permanent Cortisol produzieren muss, um die Energie in der Stressphase aufrechterhalten zu können. Folgt auf die Stressphase keine ausreichende Erholung, kann die Nebenniere die Cortisolproduktion irgendwann nicht mehr aufrecht erhalten – sie erschöpft langsam und wir rutschen in das erste Stadium der Nebennierenschwäche. 

Die vier Phasen der Nebennierenschwäche

Zum Abschluss möchten wir die 4 Phasen erklären, die wir im Laufe des Artikels immer wieder erwähnt haben. Der Übergang ist oft schleichend und doch erkennen Betroffene oft erst in Phase drei oder vier, dass ihre Gesundheit aus dem Gleichgewicht geraten ist – denn dies sind die Phasen, in denen die Nebenniere den Stress nicht mehr durch eine erhöhte Cortisolausschüttung kompensieren kann. Doch starten wir in Phase 1. 

Phase 1: Anhaltender Stressreiz

In der ersten Phase wird durch den anhaltenden Stressreiz viel Cortisol ausgeschüttet, die Nebennieren sind den ganzen Tag mit der Cortisolproduktion beschäftigt. 

Cortisolspiegel: Erhöht

Symptome: Reizbarkeit, schlechter Schlaf, evtl. Heißhungerattacken

Phase 2: Cortisol-Überproduktion

Die Nebenniere fährt die Cortisol-Produktion nun noch nicht einmal in der Nacht herunter, die Cortisolwerte sind schon am Morgen zu hoch. 

Cortisolspiegel: Über den Tag gleichbleibend, aber zu hoch

Symptome: Schlafstörungen, Gefühl “wie gerädert” nach dem Aufstehen

Phase 3: Cortisol zurück auf Normalwerten

Phase drei ist diagnostisch besonders tückisch. Die Nebenniere ist in einen Erschöpfungszustand geraten, in dem sie die Cortisolproduktion nicht mehr aufrecht erhalten kann – die Werte sacken auf die Normwerte ab. Die Nebennierenschwäche ist in dieser Phase also nur schwer messbar, Patienten fühlen sich aber dennoch schlecht. Oft wird in dieser Phase fälschlicherweise Burn-Out diagnostiziert.

Cortisolspiegel: Normwerte

Symptome: Chronische Erschöpfung, Verschlimmerung aller Symptome, ggf. weitere hormonelle Störungen

Phase 4: Vollständige Erschöpfung und Cortisolmangel

In Phase 4 kann die Nebenniere der Belastung nicht mehr standhalten, die Cortisol-Produktion wird heruntergefahren. Patienten fühlen sich übermannt, an Anstrengung oder einen Vollzeitjob ist nicht mehr zu denken. 

Cortisolspiegel: Zu niedrig

Symptome: Chronische Erschöpfung körperlich und geistitg

Abschließend möchten wir an dieser Stelle noch einmal sagen: Nebennierenschwäche ist behandelbar – auch in Phase 4! An welchem Punkt Sie auch stehen, wir möchten Sie ermutigen, nicht die Hoffnung zu verlieren – bei Fragen, wenden Sie sich gern jederzeit an das Esantera-Team. Wir helfen Ihnen gern weiter!

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